2,3 Millionen Passagieren weniger - BER: Millionen-Verlust durch Teil-Abzug von Easyjet

Do 26.05.22 | 19:28 Uhr
Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft EasyJet ist im Abflug von der südlichen Start- und Landebahn des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg BER. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Der Flughafen BER rechnet durch den Teil-Abzug der Airline Easyjet mit 2,3 Millionen Passagieren weniger. Das geht aus einer internen Mail an den Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) hervor, über die zuerst der "Tagesspiegel" berichtete. Demnach wird der Umsatzverlust auf rund 30 Millionen Euro beziffert.

Ein Flughafensprecher bestätigte dem rbb auf Anfrage die Existenz dieser Mail. Die konkreten Zahlen wollte er weder dementieren noch bestätigen. Allerdings: Mit den Verlusten rechne die Flughafengesellschaft erst im kommenden Jahr, da Easyjet den Teilabzug erst für den Winterflugplan ab Ende Oktober anpeile, sagte der Sprecher.

BER kann Airlines nicht entgegenkommen

Zugleich machte er deutlich, dass der Umsatzverlust keinen Anlass dafür gebe, am Entschuldungsplan etwas zu ändern. Weil die EU-Kommission der Teilentschuldung auf Grundlage der aktuellen Entgeltordnung zugestimmt habe, gebe es auch keinen Spielraum, den Airlines mit geringeren Gebühren entgegenzukommen, teilte der Flughafensprecher dem rbb mit.

Easyjet ist bisher die größte Airline am BER. Die Fluggesellschaft hatte am Dienstag angekündigt, ihre Flotte von 18 auf elf Flugzeuge zu reduzieren. Als Grund wurde eine geringe Nachfrage bei gleichzeitig hohen Gebühren angegeben. Betroffen sind davon rund 275 Beschäftigte. Die Lufthansa-Tochter Eurowings hat angekündigt, einen Teil der Crew übernehmen zu wollen.

Für die Teilentschuldung hatte die EU Finanzhilfen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro genehmigt. Ziel ist es, dass der BER ab 2026 finanziell auf eigenen Füßen stehen kann.

Sendung: Inforadio, 26.05.2022, 18:25 Uhr

Nächster Artikel