30:28 in Gummersbach - Füchse gewinnen packendes Spiel und erklimmen Tabellenspitze

So 18.12.22 | 15:45 Uhr
Hans Lindberg von den Füchsen Berlin setzt sich gegen den Gummersbacher Ellidi Vidarsson durch (imago images/Eibner)
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Video: rbb UM6 | 18.12.2022 | Autor: Jörg Hellwig | Bild: imago images/Eibner

Die Füchse Berlin können sich über die erneute Tabellenführung freuen. Bei den Aufsteigern aus Gummersbach tat sich das Team um Paul Drux lange schwer. In der Schluss-Viertelstunde konnten die Berliner die Partie aber zu ihren Gunsten drehen.

Nach dem verlorenem Prestigeduell gegen Magdeburg haben die Füchse in der Handball-Bundesliga wieder gewonnen. Am Sonntag entschied die Mannschaft von Jaron Siewert eine knifflige Partie beim VfL Gummersbach mit 30:28 (14:17) für sich. Weil gleichzeitig der Spitzenreiter THW Kiel in Flensburg verlor, konnten sich die Berliner in der Tabelle an Position eins vorbeischieben.

Gummersbach startet überlegen mit fünf-Tore-Führung

Die Gummersbacher starteten furios in die Partie, führten nach drei Minuten mit 3:0. Auch der erfolgreiche Distanz-Gewaltwurf des Berliners Lasse Andersson war nur ein flüchtiges Ausrufezeichen: Fünf Treffer durch Julian Koster und Stepan Zeman sorgten für eine zwischenzeitliche 8:3-Führung der Heim-Mannschaft.

Auch nach der Auszeit durch Jaron Siewert nach einer Viertelstunde drückten die Hausherren weiter aufs Gaspedal, kamen über die linke Außenbahn zu drei weiteren Treffern. Ein erfolgreicher Siebenmeter-Wurf durch Hans Lindberg und zwei Tore von Kapitän Paul Drux hielten die Gäste aber im Spiel.

In der Folge häuften sich im Gummersbacher Angriffsspiel die individuellen Fehler, so dass die Füchse zu leichten Ballgewinnen und einfachen Torerfolgen kamen. Jacob Holm brachte die Berliner kurz vor der Pause auf 14:15 heran.

Im Zuge einer Zeitstrafe für Paul Drux konnten die Gummersbacher ihren überzeugenden ersten Durchgang kurz vor der Sirene noch mit zwei weiteren Treffern krönen, sodass es mit 17:14 in die Kabine ging.

Wiede fliegt vom Platz

Der Start des zweiten Durchgangs war nicht weniger temporeich als der erste, allerdings standen die ersten Minuten ganz im Zeichen der beiden Keeper, den Gummersbacher Fabian Norsten und Viktor Kireev von den Füchsen, die jeweils mit zahlreichen Paraden glänzen konnten.

In der 43. Minute rutschte Fabian Wiede am eigenen Halbkreis folgenschwer aus: Sein Bein schob sich in den Laufweg des angreifenden Gummersbachers Zelenovic, der stürzte. Der Referee entschied auf rote Karte für Wiede. Der Berliner musste das Feld nach dem Zusammenprall ohnehin verletzt verlassen.

Angeführt von Paul Drux schafften es die Berliner aber, wieder heranzukommen und in der 47. Minute sogar auszugleichen mit 24:24. Die Partie entwickelte sich nun zum Schlagabtausch mit ständigen Führungswechseln.

Am Ende setzten sich die Gäste durch, insbesondere wegen mehrerer Abwehraktionen von Keeper Kireev und vier Treffern des Routiniers Hans Lindberg in den letzten acht Minuten - darunter zwei Siebenmetern. Mit insgesamt neun Treffern war der Däne bester Berliner Schütze.

"Auf Messers Schneide"

"60 Minuten lang wäre ein Unentschieden vieleicht das sportlich faire gewesen", sagte Trainer Siewert nach dem Spiel zu Sky. "Das Spiel war auf Messers Schneide." Doch die beiden Punkte nehme man nun gerne mit.

Nach der Weihnachtspause geht es für die Füchse Berlin am 27.12. weiter in der Handball-Bundesliga, wenn DHfK Leipzig zu Gast ist.

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.12.2022, 18:15 Uhr

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