Menschen aus der Ukraine fliehen vor dem Krieg - Züge mit rund 1.300 Kriegsflüchtlingen in Berlin angekommen

Mi 02.03.22 | 08:19 Uhr
Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine kommen am Berliner Hauptbahnhof an (Quelle: Imago Images/Jochen Eckel)
Video: rbb|24 | 02.03.2022 | Material: TV News Kontor | Bild: Imago Images/Jochen Eckel

In Berlin sind am Dienstagabend Flüchtlinge aus der Ukraine in Zügen angekommen. Gestartet sind sie in Polen. Insgesamt waren es rund 1.300 Menschen, die in der Hauptstadt ankamen.

Am Berliner Hauptbahnhof sind am Dienstagabend Züge mit Flüchtlingen aus der Ukraine angekommen. Sie waren in Polen losgefahren.

Die ersten beiden Züge trafen zwischen 18 und 19 Uhr in Berlin ein. Nach rbb-Informationen waren insgesamt rund 1.000 Menschen an Bord. Ein dritter Zug mit weiteren rund 300 Menschen fuhr um 23 Uhr in den Hauptbahnhof ein.

Die Geflüchteten, überwiegend Frauen und Kinder, wurden am Hauptbahnhof von freiwilligen Helfern empfangen und betreut. Etwa 50 bis 60 freiwillige Helfer sollen am Dienstagabend vor Ort gewesen sein, auch die Bahn half bei der Organisation.

Geflüchtete Menschen aus der Ukraine am Berliner Hauptbahnhof
Überwiegend Frauen und Kinder sind aus der Ukraine geflüchtet. Bild: rbb / Kerstin Breinig | Bild: rbb / Kerstin Breinig

Essen und Getränken für die Geflüchteten

Im Hauptbahnhof - auf der unteren Zwischenebene - war für die Geflüchteten eine Station mit Essen und Getränken eingerichtet worden, auch Decken wurden ausgegeben. Die Geflüchteten wurden, so gut es den freiwilligen Helfern möglich war, auf Unterkünfte verteilt. Es standen auch Busse bereit, um die Menschen zum Landesamt für Flüchtlinge zu transportieren.

Organisiert worden sei am Hauptbahnhof alles von den freiwilligen Helfern und der Deutschen Bahn, sagte eine rbb-Reporterin. Vom Landesamt für Flüchtlinge seien keine erkennbaren Helfer vor Ort gewesen.

Auch die Berliner Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz seien vor Ort gewesen. In einem der Züge waren Verletzte, die von der Feuerwehr medizinisch versorgt werden mussten.

Im Laufe des späten Abends deutete sich an, dass einige der geflüchteten Menschen wohl auch die Nacht im Berliner Hauptbahnhof verbringen würden. Die Deutsche Bahn toleriere das, schilderte die Reporterin.

Senat richtet Krisenstab ein

Vor der Ankunft der Züge hatte der Senat verkündet, dass in Berlin ein eigens eingerichteter Krisenstab die Aufnahme von geflüchteten Menschen aus der Ukraine organisieren soll. "Wir richten uns ein auf zunächst 20.000 Menschen, die hier in Berlin Unterbringung suchen", sagte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD). Das sei jedoch nur eine Schätzung. Eine genaue Prognose sei derzeit nicht möglich. Der Krisenstab solle im Zuge dessen unter anderem die Ankunftsstrukturen organisieren, um den Menschen in den ersten Stunden und Tagen ein gutes Ankommen zu ermöglichen, erklärte Giffey.

Auch die Schaffung neuer Unterbringungsmöglichkeiten gehöre zu den Aufgaben des Stabs, so Giffey weiter. Nach rbb-Informationen wird zum einen die ehemalige Gemeinschaftsunterkunft in der Groscurthstraße in Berlin-Buch reaktiviert. Außerdem soll ein Hotel in der Gotlindestraße in Lichtenberg für die Unterbringung ukrainischer Geflüchteter genutzt werden.

Sendung: rbb24, 01.03.2022, 21:45 Uhr

Korrekturhinweis: In einer ersten Fassung dieses Beitrags hatten wir von Sonderzügen berichtet, die die Kriegsfllüchtlinge nach Berlin gebracht hätten. Die Deutsche Bahn stellte aber inzwischen klar, dass es sich bei den Zügen um Linienverbindungen handelt, von denen es täglich acht gibt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Nächster Artikel