Protest gegen Lebensmittelverschwendung - Umweltaktivisten kleben sich auf Zufahrt zum BER fest

Mi 23.02.22 | 12:29 Uhr
Klimaschutz-Aktivisten der Initiative "Aufstand der letzten Generation" blockieren eine Zufahrt zum Hauptstadt-Flughafen BER. Auf dem Boden liegen Banner mit der Aufschrift «Essen retten, Leben retten». (Quelle: dpa/P. Zinken)
Audio: Inforadio | 23.02.2022 | Nachrichten | Bild: dpa/P. Zinken

Angehörige der Gruppe "Aufstand der letzten Generation" haben am Mittwoch die Zufahrten zu Deutschlands größten Flughäfen blockiert. Betroffen ist auch der BER. Die Gruppe hat seit Januar immer wieder Autobahnen lahmgelegt.

Umweltaktivisten haben am Mittwochmorgen die Zufahrt zu den BER-Terminals 1 und 2 blockiert.

Wie der Sprecher der Brandenburger Polizeidirektion Süd, Torsten Wendt, dem rbb sagte, klebten sich gegen 8 Uhr vier Personen auf dem Hugo-Junkers-Ring in Schönefeld fest. Zwei Fahrspuren seien betroffen gewesen, der Verkehr sei vorbeigeleitet worden. Gegen 10 Uhr waren die Straßen zum BER wieder frei. Die Personalien der Aktivisten wurden aufgenommen, wie der Sprecher sagte.

Auf Twitter berichteten Aktivisten der Gruppe "Aufstand der letzten Generation", dass sie neben dem BER auch die Zufahrten zu den Flughäfen in Frankfurt und München blockiert hätten. Vergangene Woche war die Blockierung des Flughafens angekündigt worden.

Gruppe fordert Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

Die Gruppe hatte in den vergangenen Wochen bundesweit immer wieder Autobahnen blockiert, indem sich Aktivisten auf dem Asphalt festgeklebt hatten. Meist geschah dies am Morgen und führte zu massiven Störungen im Berufsverkehr. Die A100 in Berlin sowie ihre Zufahrten waren dabei mehrfach Ziel der unangemeldeten Proteste.

Unter dem Motto "Essen retten - Leben retten" protestiert die Gruppe gegen die Verschwendung von Lebensmitteln und dadurch unnötig verschwendete Ressourcen. Die Initiative fordert unter anderem, Supermärkte zu verpflichten, überschüssige Lebensmittel an wohltätuge Organisationen abzugeben. Ein entsprechendes Gesetz wäre auch ein wichtiger Schritt, um die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen in der Landwirtschaft zu reduzieren.

Berliner Tafeln unterstützen Forderung, aber lehnen Protestform ab

Die Vorsitzende der Berliner Tafel, Sabine Werth, unterstützt die Forderung der Straßenblockierer nach einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung, sieht die Protestform aber kritisch. Werth sagte der DPA am Mittwoch, dass Unbeteiligte blockiert werden, "geht natürlich gar nicht". Ihr sei aber noch keine alternative Protestform eingefallen, die wirklich wirkungsvoll sei.

Die Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland sei "enorm groß" , so Werth. Die Hälfte werde in Privathaushalten weggeworfen. Es müsse besser darüber informiert werden, was das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet.

Mehr als 200 Ermittlungsverfahren

Die Berliner Polizei hat bisher insgesamt 214 Strafermittlungsverfahren gegen Autobahnblockierer der Gruppe eingeleitet. Die Sonderermittlungsgruppe der Polizei "EG Asphalt" habe mittlerweile zwölf Ermittlungsvorgänge abgeschlossen und diese zur weiteren Strafverfolgung der Berliner Staatsanwaltschaft übergeben, hatte die Senatsverwaltung für Inneres am Dienstag mitgeteilt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 23.02.2022, 19:30 Uhr

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