Russisches Unternehmen - Bundesamt warnt vor Virenschutz-Software von Kaspersky

Di 15.03.22 | 13:23 Uhr
Mitarbeiter bei Kaspersky in Moskau (Quelle: www.imago-images.de/Sergei Bobylev)
Bild: www.imago-images.de/Sergei Bobylev

Das Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik fürchtet, dass der Kaspersky-Virenschutz für Cyberangriffe genutzt werden könnte. Nutzer sollten lieber andere Programme installieren - vor allem Unternehmen und Behörden seien gefährdet.

Um das Risiko russischer Cyberangriffe in Deutschland zu reduzieren, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor der Verwendung von Virenschutz-Software des russischen Herstellers Kaspersky. Die Software dieses Anbieters solle durch alternative Produkte ersetzt werden, riet das BSI am Dienstag.

In einer BSI-Mitteilung [bsi.bund.de] heißt es, das Vorgehen des Militärs und der Nachrichtendienste Russlands sowie "die im Zuge des aktuellen kriegerischen Konflikts von russischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die EU, die Nato und die Bundesrepublik Deutschland sind mit einem erheblichen Risiko eines erfolgreichen IT-Angriffs verbunden".

Privatanwender nicht im Fokus russischer Cyberattacken

Ein russischer IT-Hersteller könne in einer solchen Situation entweder selbst offensive Operationen durchführen oder gegen seinen Willen zum Angriff auf bestimmte Systeme gezwungen werden. Er könne womöglich auch selbst als Opfer einer Cyber-Attacke ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden.

Privatanwender dürften zwar nicht im Fokus russischer Cyber-Attacken stehen, hieß es weiter. Sie könnten aber Opfer möglicher Auswirkungen eines Angriffs werden. Ziel könnten vor allem Unternehmen und Behörden mit besonderen Sicherheitsinteressen oder auch Betreiber von kritischen Infrastrukturen sein.

Weitreichende Systemberechtigungen für Antivirensoftware

Gerade eine Antiviren-Software verfüge über weitreichende Systemberechtigungen bei den Computern der Nutzer, erläuterte das BSI. Deshalb sei Vertrauen wichtig. Die USA hatten Bundesbehörden bereits 2017 verboten, Software von Kaspersky zu nutzen. Das Unternehmen hat stets bestritten, mit der russischen Regierung zusammenzuarbeiten.

So auch jetzt: Das Unternehmen erklärte, die Entscheidung des BSI beruhe nicht auf einer technischen Bewertung der Kaspersky-Produkte. Sie sei vielmehr aus politischen Gründen getroffen worden. "Kaspersky ist ein privat geführtes globales Cybersicherheits-Unternehmen, und als privates Unternehmen hat Kaspersky keine Verbindungen zur russischen oder einer anderen Regierung." Die Infrastruktur zur Datenverarbeitung habe man in die Schweiz verlagert. Kaspersky glaube, dass der friedliche Dialog das einzig mögliche Instrument zur Lösung von Konflikten sei.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.03.2022, 10 Uhr

 


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